Sind Autoren am Medium Buch interessiert?

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Sind Autoren am Medium Buch interessiert?

Beitrag von EINsamer wANDERER am Mo Jul 31, 2017 8:41 pm

Ich beschäftige mich schon seit einigen Jahren mit dem Schreiben, aber mir scheint es, als wenn ich der einzige bin, der sich mit dem Medium an sich auseinandersetzen möchte. Häufig lese ich etwas von dem ich denke, dass der Verfasser sich nicht im geringsten mit dem Lesen bzw. dem Schreiben auseinandersetzt. Es werden Konzepte übernommen ohne sie im Ansatz zu verstehen und daher werden sie auch falsch eingesetzt.
Beispiele hierfür wären Nebenfiguren die man getrost hätte weglassen können, da sie keinen Sinn oder Zweck erfüllen. Oder aber es werden Erzählebenen eingefügt, die lediglich dazu dienen die Spannung zu steigern, was in meinen Augen sowohl plump als auch verschwenderisch ist. Natürlich ist dies auf den Einfluss des Fernsehen und des Filmes zurückzuführen, doch dort ist es auch besser untergebracht. Als letztes möchte ich noch von der Unsitte erzählen den Leser selbst die Geschichte erweitern zu lassen und Beschreibungen daher einfach wegfallen, damit er (der Leser) es sich selbstzurechtlegen kann. Es ist eine schöne aber leider weltfremde Idee, da die passive Rolle des Lesers so etwas nicht zulässt. Warum sollte er dann nicht konsequenterweise das gesamte Buch selber schreiben?
Ganz davon abgesehen werden für mich gefühlt immer dieselben Fragen im Netz gestellt. „Ich stehe vor einem Problem in meiner Handlung, wie lösen?", „Wie wird dieses Wort geschrieben?", „Ist diese Idee gut?". Es geht nicht um Technik oder darum ein höheres Verständnis für die Mechaniken und Funktionen die beim Lesen zum Einsatz kommen zu erlangen. „Wie mache ich aus einer Idee ein funktionierendes Konzept?", „Wie funktioniert ein Buch eigentlich?", „Was kann, darf, sollte der Leser beim Lesen machen?", solche grundlegenden Fragen könnten dafür sorgen, dass man die Aufgabe des Autoren besser verstehen könnte, doch niemand stellt sie.
Mir stellt sich die Anschauung der meisten Autoren, in groben Zügen, immer wie folgt dar: "Ich will schreiben, veröffentlichen und dafür gelobt werden. Die Suche nach einem Verlag kann beginnen." Selbstverständlich ist dies nur überspitzt dargestellt, doch ich frage mich bei all den Kollegen die besser werden wollen, wie sie sich das vorstellen, ohne sich mit Literatur und dem damit verbundenen Rattenschwanz zu beschäftigen. Kritiken sind schön und gut, doch sie können ein Studium in meinen Augen nicht ersetzen und sollten daher eher als Starthilfe genutzt werden, um zu erfahren wonach man suchen kann/sollte/muss, damit einem die grobe Richtungen schon einmal gewiesen werden können. Ich meine, ein Regisseur ist ja auch nichts anderes als ein Geschichtenerzähler und dieser beschäftigt sich doch mit Bildsprache und allem anderen, doch ein Autor schreibt einfach drauf los ohne Sinn oder Verstand. Er erwirbt sich ein rudimentäres Wissen sowie Verständnis und ist damit glücklich. Wieso ist das so?

Aber was mich jetzt interessiert ist, ob ich einen Fehler aufgesessen bin, etwas übersehen habe oder vielleicht doch recht habe. Sofern ich mich im Recht befinde, wieso ist die Situation dann so? Was meint ihr?
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